#cc2015cc - Webseite für das Netzwerk Asyl Mühltal

Zur eigenen Webseite an nur einem Tag?

Es gibt Veranstaltungen, die sind ganz nett und es gibt welche, die verändern. Wenn man letztere besucht hat, ist man bewegt und hat etwas bewegt. Und man nimmt etwas mit, nämlich jede Menge Inspiration und Motivation. Von Begegnungen mit tollen Menschen und neuen Kontakten einmal ganz abgesehen. Aber lesen Sie selbst.

Teilzeithelden – im Auftrag guter Kommunikation

Wir haben das erste Juli-Wochenende 2015. Es ist heiß in Deutschland, verdammt heiß. Und ich habe gerade eine knapp achtstündige Busfahrt hinter mir. Keine Empfehlung. Aber die Freude auf die kommenden zwei Tage macht den Reisestress quer durch Deutschland wieder wett. Das Ziel ist Darmstadt. Studenten der Fachrichtung Online-Journalismus / PR der dortigen Hochschule haben zum Communication Camp eingeladen. Es ist bereits das vierte seiner Art. Gut 25 Experten unterschiedlichster Disziplinen sind der Einladung gefolgt und werden gemeinsam mit den Studenten für zwei Tage zu Teilzeithelden. Bei knapp 40 Grad im kaum vorhandenen Schatten trifft man sich erstmals am Freitagnachmittag im so genannten Glaskasten des Uni-Hochhauses.

 

Kommunikations-Profis helfen helfen

Die gemeinsame Mission für das arbeitsreiche Wochenende: das Netzwerk Asyl Mühltal bei der Kommunikation unterstützen. Den Helfern helfen gewissermaßen. Damit diese sichtbar werden, weitere Mitstreiter finden, schneller an Sachspenden kommen und Bewusstsein für die Lage von Flüchtlingen schaffen können.

Bevor es aber in die Vollen geht, lernen sich Gastgeber und Experten zunächst einmal gegenseitig kennen. Die Motivation, gemeinsam etwas zu bewegen, die Lust auf das gemeinsame Arbeiten ist spürbar. Und so lauschen die Experten auch sehr genau, als sich die Vertreter des Netzwerkes vorstellen und über ihre ehrenamtliche Arbeit für Flüchtlinge in Mühltal, deren Schicksale und ihre Herausforderungen berichten.

„Dicker Kloß im Hals nachdem das Netzwerk Asyl Mühltal die Wege und die Schicksale der Flüchtlinge beschrieben haben“, twittert  Philipp Hormel unter dem Hashtag cc15da und drückt damit aus, was wohl alle Anwesenden in dem Moment gespürt haben, in dem Katrin vom Netzwerk die Plakat-Porträts einiger Flüchtlinge vorstellt und deren Geschichten erzählt. „Von der Betroffenheit zur Hilfe ist ein weiter Weg. Auf geht´s“, twittert Sascha Stoltenow.

Profis entwickeln Ideen im Barcampformat

„Das Problem einzugrenzen wird schon die erste große Herausforderung“, twittert Alipasha Foroughi und trifft es damit ziemlich genau. Das Netzwerk Asyl Mühltal braucht die gesamte Palette der Kommunikation. Sechs „Baustellen“ machen wir fest, für die wir in den folgenden Stunden Lösungsideen sammeln wollen, darunter die Bereiche Online-Kommunikation, interne Kommunikation inklusive Informationsmanagement, Risikokommunikation für den Umgang mit Unmut gegenüber Flüchtlingen, eine Gesucht-Gefunden-Plattform für Spenden und Hilfegesuche aller Art und die technische Basis, mit der die Ideen letztlich umgesetzt werden sollen.

Wenn Sie schon häufiger Barcamps besucht haben, dann haben Sie sicher festgestellt, dass in den Sessions häufig kreatives Chaos herrscht. Das liegt meistens daran, dass zwar alle Teilnehmer mehr oder weniger an dem Thema der Runde interessiert sind, aber fachlich höchst unterschiedliche Hintergründe und damit auch ein sehr heterogenes Wissen zum jeweiligen Thema mitbringen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Barcamps in der Regel vor allem für diejenigen Teilnehmer inspirierend sind, die wenig Wissen und Erfahrungen zu dem behandelten Thema haben.

Beim Communication Camp ist die Situation eine andere. Jeder Teilnehmer kommt aus der Kommunikation und ist es gewohnt, kommunikative Herausforderungen in kreative Lösungen umzuwandeln. Sehr schnell werden in den Sessions Ideen für die einzelnen Fragestellungen entwickelt und mit der Technikgruppe gleich auf ihre Machbarkeit hin überprüft. Jeder weiß, worum es geht, ist konzentriert und motiviert bei der Sache und bringt sich ein. Eine tolle und kreative Arbeitsatmosphäre.

Kreatives Chaos am Ende des ersten Arbeitstages

Ein wenig ratlos sehen die Gesichter der sieben Mitglieder des Netzwerks Asyl Mühltal aus, als die Gruppen am fortgeschrittenen Abend ihre Brainstorming-Ideen und erste Lösungsansätze skizzieren. So recht mag sich von ihnen niemand vorstellen, wie aus dem kreativen Chaos innerhalb von nur einem Arbeitstag nutzbare Ergebnisse entstehen sollen. Doch die Teilzeithelden sind zuversichtlich, diskutieren und priorisieren die Gruppenergebnisse. Damit werden diese zu konkreten Projekten für den zweiten Tag.

Voll motiviert an die Gruppenarbeit

Tag zwei des Communication Camps steht im Zeichen des Machens. Alle Teilzeithelden stehen früh in den Startlöchern. Eine Website auf WordPress-Basis, ein internes Wiki für die Kommunikation und das Informationsmanagement innerhalb des im Netzwerks Asyl Mühltal und eine Facebook-Gruppe sollen entstehen. „Ist das alles an einem Tag zu schaffen?“, fragen die Flüchtlingshelfer noch sichtlich skeptisch. Und in der Tat: das Vorhaben ist sportlich.

Fluchs sind Gruppen gebildet, die sich mindestens ebenso zügig auf zwei Etagen des Unigebäudes verteilen und sofort mit der Arbeit starten. Die PR- und Textspezialisten kümmern sich um den Content für die neue Webseite, teilen sich nochmals in mehrere Gruppen und bearbeiten die unterschiedlichen Unterthemen jeweils im direkten Austausch mit den Mitgliedern des Netzwerkes Asyl Mühltal. Die Technik- und Designprofis sorgen indes dafür, dass eine Domain beschafft, ein geeignetes Theme für die WordPress-Installation gefunden und entsprechend der definierten Bedürfnisse angepasst und gestaltet wird. Eine dritte Gruppe macht sich daran, ein Wiki zu entwickeln und mit Daten zu füttern. Im Haus herrscht kreatives Gewusel. Mittendrin unsere Gastgeber-Studenten, die pausenlos Fotos machen, Videos drehen und in Echtzeit via Twitter, flickr und Storify berichten. Und ganz nebenbei kümmern sie sich noch darum, dass keiner der Profis hungrig oder durstig arbeiten muss.

Gegen 17.30 Uhr kommen alle Teams wieder im Glaskasten zusammen, um sich gegenseitig und dem „Kunden“ die Ergebnisse zu präsentieren. Das Ergebnis des Tages kann sich sehen lassen, die Ziele wurden erfüllt, die Vertreter vom Netzwerk Asyl Mühltal sind sichtlich gerührt und freuen sich, von nun an strukturierter arbeiten zu können und besser wahrgenommen zu werden.

Fazit:

„Tue Gutes und rede darüber“ – dieser Leitspruch der Kommunikation gilt für das Projekt der Hochschule Darmstadt im doppelten Sinne. Tue Gutes und helfe damit anderen, ins Gespräch zu kommen könnte er lauten. Das Communication Camp ist nicht nur eine sinnvolle Veranstaltung, auf der Profis unterschiedlicher Disziplinen gemeinsam für einen guten Zweck an Projekten arbeiten. Für jeden Einzelnen bringt es neben dem guten Gefühl, als Teilzeitheld etwas zu bewegen, auch spannende neue Kontakte in einem sehr inspirierenden Umfeld. Ein großes Kompliment an dieser Stelle an unsere Gastgeber für die perfekte Organisation und die tolle Atmosphäre. Ihren Nachbericht lesen Sie hier.

Und wenn Sie noch mehr möchten, dann bitte hier oder hier entlang.

Harriet Lemcke Über Harriet Lemcke
Harriet Lemcke ist Beraterin, Trainerin und Interim Managerin für Unternehmenskommunikation und Organisationsentwicklung und hat langjährige Erfahrung in der internen & externen Kommunikation sowie im Journalismus. In ihrer Arbeit verbindet sie moderne Ansätze in PR und Marketing mit Methoden und Ansätzen aus der Managementlehre und der systemischen Beratung. Sie unterstützt dabei, die Qualität und Effizienz von Kommunikationsprozessen zu verbessern und Ressourcen optimal einzusetzen. Bei Bedarf realisiert sie mit ihrem Team anspruchsvolle Kommunikationslösungen über alle Kanäle hinweg. Sie haben ein Thema und wollen wissen, wie Harriet Lemcke mit ihrem Team Sie unterstützen kann? Nehmen Sie jetzt Kontakt auf! Zum Beratungsangebot

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